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Ein Abschied für immer?

Judith Burger: „Gertrude grenzenlos“

@ Isabell Rössing

Als der Ausreiseantrag von Gertrudes Familie genehmigt wird und sie schon am nächsten Tag die DDR verlassen, herrschen gemischte Gefühle bei den beiden Mädchen. Werden sie sich irgendwann wiedersehen können? Wird die Mauer jemals verschwinden?

Gelesen wurde von Seite 195 bis 196.

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„Alles nur aus Zuckersand“

„Der Westen ist auf der anderen Seite. Dort, wo unsere Hauptstraße zu Ende ist, beginnt West-Berlin. Es ist ein anderer Staat. Ausland. Unerreichbar wie Mauritius. Mein bester Freund Jonas erzählt mir viel über die Grenze zwischen Ost und West. Zu Hause reden wir gar nicht darüber.“ (S. 7)

Die beiden zehnjährigen Freunde Fred und Jonas wachsen in Falkenwerder in der DDR auf und machen jeden Tag zu einem Abenteuer. Gerne spielen sie auf dem verlassenen Fabrikgelände, das an der Grenze zu West-Berlin liegt, obwohl das verboten ist. Als Jonas‘ Mutter einen Ausreiseantrag stellt, ändert sich für die besten Freunde jedoch alles. Freds Eltern verbieten ihm ab sofort den Kontakt zu Jonas und seiner Mutter, da sie nichts mit „Staatsfeinden“ zu tun haben möchten. Nur noch heimlich können die beiden Jungen sich treffen und beginnen, einen Plan zu schmieden. Gemeinsam wollen sie in der alten Fabrik einen Tunnel nach Australien graben. Denn auch wenn Jonas mit seiner Mutter bald die DDR verlassen wird, wollen die beiden Jungen Freunde bleiben und sich so bald wie möglich wiedersehen.

Dirk Kummer erzählt in seinem 2019 erschienenen Kinderbuch „Alles nur aus Zuckersand“ eine Geschichte über eine unzertrennliche und grenzenlose Freundschaft. Die Erzählung basiert auf Kummers Fernsehfilm „Zuckersand“ (2017) und erklärt die Trennung zwischen Ost- und Westdeutschland einfühlsam und anschaulich aus den Augen des Kindes. Fred, aus dessen Sicht das Kinderbuch geschrieben ist, erzählt von seinem Alltag in der DDR, dem sozialistischen Deutschland. Dabei beschreibt er, welchen Einfluss das politische System auf die Schule und sein Zuhause haben und welche Auswirkungen es auch für diejenigen hat, die nicht der Sozialistischen Partei angehören, wie beispielsweise Jonas‘ Familie und der Nachbar Herr Malek. Schnell werden die Leserinnen und Leser von Jonas‘ und Freds Mut und dem Glauben an ihre Freundschaft gefesselt und stürzen gemeinsam mit ihnen in ein Abenteuer voll Aufregung, Mut und Unerschrockenheit. Trotz des einfachen Schreibstils ist der Roman nicht nur für Kinder ab 10 Jahren geeignet, sondern auch für alldiejenigen Jugendlichen und Erwachsenen, die interessiert an einer informativen, anschaulichen und eindrucksvollen kindlichen Erzählung über Ost- und Westdeutschland sind. „Alles nur aus Zuckersand“ ist ein lesenswerter, fesselnder und berührender Roman über die grenzenlose und unzertrennliche Freundschaft und mitreißende Geschichte über Fred und Jonas – über Ost und West.

„Gertrude grenzenlos“

Eine warnherzige Geschichte über eine Freundschaft im Osten und den Widerstand in der DDR. Ina trägt Ostklamotten, lebt mit ihrer Mutter in einer Wohnung, die aussieht wie alle anderen Wohnungen dort. Gertrude kommt neu in die Klasse und trägt Westklamotten. Gertrudes Familie gilt als Staatsfeind und wird von der Stasi beobachtet. Ihre Freundschaft scheint aussichtslos, bis ihnen „Kommando-Rose“ in den Sinn kommt.

Inhalt

Ina Damaschke lebt in der DDR, ist elf Jahre alt und besucht die 6. Klasse der Karl-Marx-Oberschule. Eines Tages kommt ein neues Mädchen in ihre Klasse: Gertrude Lebrecht. Gertrude ist anders als die anderen Mitschüler_innen, sie trägt Westklamotten, hat einen Westfüller und schreibt in Schreibschrift, sie geht in die Kirche und singt in einem Chor.

Ina und Gertrude freunden sich an, Ina zeigt ihr die Schule, sie sitzen in einer Bank und treffen sich am Nachmittag. Alle anderen Mitschüler_innen beachten Gertrude nicht, da ihr Vater Gedichte schreibt, die in der DDR verboten sind. Außerdem hat die Familie einen Ausreiseantrag gestellt, was sie nun zu Staatsfeinden macht. Inas Mutter möchte ihr den Kontakt zu Gertrude deshalb verbieten, sie sagt es sei kompliziert und sie solle sich einfach nicht mehr mit „diesem Mädchen“ treffen. Auch Frau Wendler, die Klassenlehrerin der beiden, sagt Gertrude sei kein guter Umgang für Ina. Gertrude gehört nämlich nicht zu den Pionieren, sie geht nicht zu den Pioniernachmittagen und wird generell ungerecht behandelt.

Die beiden lassen sich jedoch nicht davon abbringen, kämpfen gegen die Ungerechtigkeit und verbringen ihre Freizeit weiterhin miteinander. Durch ein Gespräch mit Andi in seiner Garage, wird den beiden Mädchen bewusst, dass in der DDR nicht jeder so leben kann, wie er möchte. Daraufhin schmieden sie einen Plan: „Kommando-Rose“.

Sie sammeln Zeitungen und kommen so an die „Straße der Besten“ in ihrer Schule, sie wollen positiv auffallen, um Gertrude besser ins „Kollektiv“ einzugliedern. Allerdings scheint der Plan zu stocken, da Frau Wendler dies als Angriff sieht und denkt, Ina und Gertrude wollen sie veräppeln. Doch die Mädchen bringt das nicht von ihrem Plan ab, direkt am Nachmittag wollen sie vor dem Konsum Timurhilfe leisten und die Einkäufe nach Hause tragen. Zufällig kommt ein Journalist der Tageszeitung vorbei, fotografiert die beiden und interviewt Frau Speckmantel, eine Mitarbeiterin des Ladens. Am nächsten Tag erscheinen die beide in der Tageszeitung mit dem Titel: „Zwei Schülerinnen der Karl-Marx-Oberschule tragen dankbarer Bürgerin die schweren Einkaufstaschen nach Hause“. Aber auch dies findet Frau Wendler wieder nicht angemessen.

Inas Mutter bemerkt, dass Gertrude Ina sehr viel bedeutet, sie verbringen die ganzen Sommerferien jeden Tag miteinander. Nach den Ferien kommt es zu einem kleinen Streit zwischen Ina und Gertrude. Ina und ihre Mutter gehen nun gemeinsam zu den Lebrechts, damit die beiden Mädchen ihren Streit bereinigen können. Familie Lebrecht ist herzlich und offen und bittet Ina und ihre Mutter zum gemeinsamen Abendessen zu bleiben. Die Familien freunden sich an. Ina geht von dort an, ab und zu mit zu den offenen Kirchennachmittagen.

Doch dann ist es soweit, der Ausreiseantrag der Familie Lebrecht wurde genehmigt, schon am nächsten Morgen werden sie ausreisen. Den Abend zuvor findet eine große Abschiedsfeier mit allen Freunden der Familie, den Menschen aus der Kirche und Ina und ihrer Mutter statt.

Durch die Lebrechts gehen Ina und ihre Mutter mittwochs zu dem offenen Kirchenabend und die beiden Mädchen wollen sich später einmal wiedertreffen.

Kritik

Mit dem Buch Gertrude grenzenlos hat Judith Burger ein sehr ernstes Thema, wo der Kampf um eine Freundschaft auf eine einfühlsame und zugleich nachdenkliche Art beschrieben wird, aufgenommen. Das Buch wird aus der Perspektive der elfjährigen Ina zählt, die dem Wunsch nach Selbstbestimmung und Gerechtigkeit nachgeht. Die Inhalte des Buches sind nicht an eine wahre Begebenheit angelehnt, jedoch könnte es im Jahr 1977 spielen, da zu dieser Zeit ziemlich viel in Bewegung war.

Interessant zu sehen ist es, dass Ina, bevor Gertrude in die Klasse kommt, alles als normal und okay empfindet. Erst durch das Gespräch mit Andi und das Verbot, sich mit Gertrude zu treffen, wird ihr bewusst, dass irgendetwas gewaltig schiefläuft. Warum darf nicht jeder das machen was er möchte? Warum wird man überwacht? Und warum darf man nicht mehr wiederkommen, wenn man einmal die DDR verlassen hat?

Besonders gut finde ich außerdem das Nachwort zu dieser fiktiven Geschichte, wo ein kleiner historischer Einblick gegeben wird und ein Glossar, in dem Begriffe wie „Ausreiseantrag“, „Kollektiv“ oder „Sozialismus“ erläutert werden. Dies scheint mir für junge Leser_innen von Vorteil zu sein, um einen Einblick in die DDR und deren Begriffen zu bekommen. Leider können die fehlenden Erklärungen im Text aber auch das lesen erschweren und zwar dadurch, dass der Zusammenhang dann nicht direkt verstanden wird.

Auf sprachlicher Ebene achtet die Autorin auf eine einfache, bildreiche Wortwahl und verleiht dem Text durch die einfachen und kurzen Sätze einen verständlichen Ausdruck. Die Protagonisten bekommen durch ihre realistische und glaubhafte Art einen lebensweltnahen Charakter. Außerdem wird Ina, als Hauptfigur als ‚ziemlich normal‘ dargestellt, sodass sie indirekt keine typische Heldin ist.

Fazit

Gertrude grenzenlos ist ein informatives, als auch unterhaltsames Buch über die Schwierigkeiten einer Freundschaft in der DDR. Es ist aufgrund seiner verständlichen und lebensnahen Ausdrucksweise für Kinder ab 10 Jahren geeignet.

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